Wohngeld Förderung - Kostenübernahme

Das Wohngeld ist eine staatliche Förderung der Wohnkosten. Die Höhe des Wohngelds ist abhängig von drei verschiedenen Faktoren. Diese Faktoren sind das Einkommen, die Anzahl der Familienmitglieder in der Wohnung und die Miete bzw. Belastung.  Die Wohnkosten können entweder als Miete oder als Belastung auftreten. Mieter erhalten das Wohngeld als Mietzuschuss, während Eigentümer das Wohngeld als Lastenzuschuss für die anfallende Lasten bekommen.

Welche Mietkosten werden gefördert?

Für den Antragesteller ist es daher wichtig zu wissen, was der Gesetzgeber unter Miete oder Belastung genau versteht. Nach dem Wohngeldgesetz ist Miete das Entgelt für die Gebrauchsüberlassung von Wohnraum durch Mietverträge oder Untermietverträge oder  ähnlichen Nutzungsverträgen. Zur Miete zählen nicht allein die Monatsmiete, sondern auch die Kosten für Wasser, Müllbeseitigung und Treppenbeleuchtung. Dabei spielt es keine Rolle, ob diese Kosten an den Vermieter oder an andere Unternehmen gezahlt werden.

Welche Mietkosten werden nicht gefördert?

Nicht als Miete angerechnet werden Betriebskosten von zentralen Heizungs- und Warmwasseranlagen und Fernwärmekosten. Ferner gelten Untermietzuschläge des Mieters an den Vermieter, Vergütungen an den Vermieter für die Überlassung von Waschmaschinen, Kühlschränken oder Möbeln nicht zur Miete. Ebenfalls nicht anerkannt werden Mietanteile für Wohnraum, der anderen Personen zur Untermiete zur Verfügung gestellt oder gewerblich genutzt wird. Gleiches gilt auch für Vergütungen zur Überlassung einer Garage, eines Stellplatzes oder eines Gartens. Bekommt der Mieter Leistungen von Dritten zur Finanzierung der Miete, werden diese vom Wohngeldanspruch in voller Höhe abgezogen.

Sonderregelungen für Heimbewohner

Für Bewohner eines Heimes im Sinne des Heimgesetzes gilt eine Sonderregelung. Hier ist die tatsächliche Miete der zuschussfähige Höchstbetrag. Auch bei Eigentümern eines Mehrfamilienhauses oder vergleichbaren Wohnraumes gelten Sonderregelungen. Da es in diesen Fällen keine Miete gibt, wird der Mietwert der Wohnung herangezogen. Der Mietwert einer Wohnung ergibt sich aus dem Vergleich mit einem gleich großen vermieteten Wohnraum. Ist dies nicht möglich, muss der Mietwert geschätzt werden.

Berechnung der Belastung bei Eigentümern

Bei Eigentümern werden für die Berechnung des Wohngelds die Belastungen zugrunde gelegt. Belastungen sind festgelegt als Kosten von Eigentümern für Eigentumswohnungen oder Eigenheimen oder anderen Eigentumsformen, die sich aus der Bewirtschaftung und dem Kapitaldienst des Eigentums ergeben. Zum Kapitaldienst zählen Zinsen, Tilgungen sowie Kosten für den Bau, Erwerb oder Verbesserung des Eigentums. Hinzu kommen Betriebskosten und Instandhaltungskosten sowie die Grundsteuer und Verwaltungskosten. Nicht angerechnet werden bei Eigentümern Kosten für Wohnräume, die beruflich genutzt oder anderen zur gewerblichen Nutzung überlassen werden.

Für die Berechnung des Wohngeldes wird außer der Miete auch die Anzahl der in der Wohnung lebenden Familienmitglieder berücksichtigt. Für den Fall, das sowohl förderungsberechtigte wie auch nichtgeförderte Familienmitglieder in einer Wohnung zusammen leben, wird nur der Anteil der förderungsberechtigten Familienmitglieder am Wohnraum und an der Miete für die Berechnung anerkannt.

Wohngeld nur bis zu einer bestimmten Miethöhe/Belastungshöhe

Für das Wohngeld gelten Förderungshöchstgrenzen. So sieht der Gesetzgeber keine Bezuschussung von unangemessen hohen Mieten vor. In diesem Fall hält man es für zumutbar, dass der Mieter in eine andere Wohnung mit günstigerer Miete umzieht.

Für die Bewilligung des Wohngelds ist es ausschlaggebend, dass die Miete eine bestimmte Höhe nicht übersteigt. Für einen Einpersonenhaushalt gilt dabei eine Obergrenze von höchstens 370 Euro. Bei Haushalten, die aus mehreren Familienmitglieder bestehen, lauten die Obergrenzen bei einem Zweipersonenhaushalt maximal 455 Euro, bei einem Dreipersonenhaushalt 540 Euro und bei einem Vierpersonenhaushalt maximal 630 Euro. Die Höhe der zuschussfähigen Miete bestimmt die Wohngeldstelle nach dem Baujahr der Wohnung und der Bewertung durch die Mietenstufen. Für die Errechnung der Belastungshöchstgrenzen gelten ähnliche gesonderte Regelungen.

Bewertungsverfahren für die Miete

Da die Mieten in Deutschland in jeder Region unterschiedlich sind, haben die örtlichen Wohngeldstellen ein Bewertungsverfahren entwickelt, das die Mieten nach sechs Mietenstufen einordnet. Aus diesen Stufen werden die Förderwerte in jeder Region errechnet. Damit wird eine genauere Berücksichtigung der regionalen Mietverhältnisse beim Wohngeldzuschuss gewährleistet. Für die Bewilligung des Wohngelds spielt es allerdings keine Rolle, ob es sich um einen Altbau oder Neubau handelt oder um eine öffentlich geförderte oder steuerlich begünstigte Wohnung. In jedem Fall wird der Antragsteller die gleiche Förderung erhalten, wenn er die Voraussetzungen für die Bewilligung erfüllt.

VGW 413
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