Kein Anspruch auf Wohngeld

Anspruchsverweigerungen oder Ablehnungsbescheide für Wohngeld werden in der Regel von den zuständigen Behörden und Ämtern ausgesprochen, wenn die Antragsteller bspw. eine Transferleistung erhalten.

Das Wichtigste in Kürze

Wann hat man keinen Anspruch auf Wohngeld?

Kein Wohngeldanspruch besteht bei Bezug von Transferleistungen wie ALG II oder Sozialgeld, wenn das Einkommen des Antragstellers über der Einkommensgrenze liegt, für zusätzliche Wohnungen oder Übergangswohnungen, bei Betrugsversuchen oder vorherigem Ablehnungsbescheid sowie für BAföG-berechtigte Studenten.

Kann man als Arbeitsloser Wohngeld beantragen?

Wohngeld bekommt man bei Arbeitslosigkeit nur, wenn Arbeitslosengeld I bezogen wird. Bei Hartz IV Bezug besteht kein Wohngeldanspruch, da es sich um eine Transferleistung handelt, die die Mietkosten mit einkalkuliert.

Wie viel Einkommen darf ich haben um Wohngeld zu bekommen?

Die Einkommensgrenzen sind von den unterschiedlichen Mietstufen in der jeweiligen Stadt oder Gemeinde und der Haushaltsgröße abhängig. Die Einkommensgrenze in Mietstufe I liegt bspw. für einen 1-Personen-Haushalt bei 961 Euro, für einen 2-Personen-Haushalt liegt sie bei 1.314 Euro.

Transferleistungen

Bei Transferleistungen handelt es sich um Zahlungen zur Sicherung des Lebensunterhalts, wie z.B. Arbeitslosengeld II oder Sozialgeld. In diesen Leistungen sind die anfallenden Kosten für Miete miteinkalkuliert und der Empfänger bedarf so keiner weiteren Zahlung bzw. Unterstützung.

Diese Transferleistungen dienen der Einsparung von Verwaltungsaufwand- und Kosten, da so nur eine Behörde oder ein Amt für die Bearbeitung der beantragten Mittel zuständig bleibt.

Wichtig: Ausgeschlossen vom Wohngeldanspruch ist auch derjenige, dessen Transferleistungen durch Sanktionen nicht mehr gezahlt werden.

Weiterführende Informationen zum Bezug von Arbeitslosengeld II / Hartz IV erhalten Sie auf der Seite hartziv.org.

Übrigens: Wird Arbeitslosengeld I bezogen, ist der Bezug von Wohngeld nicht von vornherein ausgeschlossen, da es sich nicht um eine Transferleistung handelt. Kriterium für den Wohngeldanspruch sind in diesem Fall besonders die geltenden Einkommensgrenzen.

Einkommens- und Förderungsgrenzen

Bei Überprüfung des Anspruchs auf Wohngeld werden klare Einkommensgrenzen und entsprechende Förderungsgrenzen als Regelsätze hinzugezogen.

Fällt nun der Bedarf nicht in diesen Bereich, so liegt das Einkommen der Antragsteller über den Regelsätzen, und es wird somit kein Anspruch auf Wohngeld gewährt.

Beispiel: In Mietstufe I liegt die Einkommensgrenze für einen 1-Personen-Haushalt bei 961 Euro. Der Antragsteller hat aber ein monatliches Einkommen von 1.050. Er hat somit keinen Anspruch auf Wohngeld.

Die genauen Einkommensgrenzen sowie die Ermittlung des Mindesteinkommens können Sie der Seite Wohngeld Einkommen 2021 – Wohngeldtabelle – Freibeträge – Einkommensgrenzen entnehmen.

Mehrere Wohnungen

Besitzt oder mietet der Antragsteller mehr als nur einen Wohnraum und erhält für diesen Wohngeld oder eine vergleichbare Transferleistung, so kann kein weiterer Wohnraum gefördert werden.

Übergangswohnung

Wenn der zu bezuschussende Wohnraum nur eine Übergangswohnung ist bzw. nur vorübergehend genutzt werden soll, oder missbräuchlich genutzt wird, verfällt jeglicher Anspruch auf Wohngeld.

Betrugsversuche – korrekte Angaben im Wohngeldantrag

Sollten Betrugsverstöße bei der Antragsstellung oder einer Berechtigungsüberprüfung des Wohngeldes vorliegen, so kann dieses von vornherein abgelehnt bzw. eingestellt werden.

Der Antragsteller ist gesetzlich dazu verpflichtet alle relevanten Angaben seiner Lebensverhältnisse richtig anzugeben, dieses gilt auch für entsprechende Änderungen.

Ablehnungsbescheid

Haben Antragsteller zuvor einen Ablehnungsbescheid für Wohngeld erhalten, so erlischt jeglicher Anspruch, bis sich die finanziellen Verhältnisse verschlechtert haben bzw. bis sie wieder in den Berechnungsrahmen fallen.

Ausbildungsbeihilfen – Schüler/ Student

Gibt ein Student oder Auszubildender seinen sogenannten Lebensmittelpunkt im familiären Haushalt auf, so wird er in Folge der Berechnungsgrundlagen nicht mehr als vollwertiges Familienmitglied gezählt. Die Förderung erlischt für diese Person, sofern ein Anspruch auf BAföG oder auf andere staatliche Hilfen, z.B. Berufsausbildungsbeihilfe nach § 56 SGB III besteht.

Weiterführende Informationen zu diesem Thema erhalten Sie unter Wohngeld für Studenten. Mehr über den Anspruch auf BAföG und umfassende Informationen zum Thema BAföG erfahren Sie auf bafoeg-aktuell.de.

Schüler haben ebenfalls keinen Anspruch auf Wohngeld, es sei denn sie sind Halb- oder Vollwaisen. Hier wird die Halb- oder Vollwaisenrente und die Ausbildungsbeihilfe anteilig berechnet.

Zuletzt aktualisiert: 10.05.2021