Angemessene Wohnkosten beim Wohngeld

Miete und Belastung

Einen Wohngeldanspruch gibt es nur, wenn neben den weiteren Voraussetzungen auch die Wohnkosten angemessen sind. Hier nun eine Grundlage, der letztlich bei der Berechnung der Höhe des beantragten Wohngeld Zuschusses eine sehr gesonderte Bedeutung zufällt. Die Wohnkosten unterteilen sich in einen Mietzuschuss oder einen Lastenzuschuss, wobei es hier wiederum auf einige andere Faktoren ankommt, um eine Berechtigung der beantragten Mittel zu gewährleisten. 

Um bei der Anspruchsprüfung zum Erhalt von Wohngeld den zulässigen Höchstbetrag herauszufinden, liegen verschiedene Bewertungskriterien vor, um zwischen Miete und Belastung zu unterscheiden. Für den Wohngeldantrag ergeben sich abhängig von Stadt oder Gemeinde auch zwei verschiedene Formulare, je nachdem ob es sich um Mieter oder Eigentümer handelt.

Höchstbeträge für Miete und Belastung beim Wohngeld in €

Die Höchstbeträge für die Miete oder Belastung richten sich nach der Anzahl der zugehörigen Haushaltsmitglieder sowie der jeweils zugehörigen Mietstufe für die Stadt oder Gemeinde und sind in § 12 WoGG geregelt. Diese sind hier zu finden: Mietstufen nach Bundesländern

Anzahl der zum Haushalt gehörigen
Familienmitglieder
Mietstufen (Miete und Belastung)
IIIIIIIVVVI
1312351390434482522
2378425473526584633
3450506563626695753
4525591656730811879
56006757508349271.004
jedes weitere Mitglied im Haushalt718191101111126

Miete beim Wohngeld

Als Miete wird das entsprechende Entgelt für eine Gebrauchsüberlassung eines Wohnraums angesehen. Diese Wohnräume werden aber nur dann angerechnet, wenn sie urkundlich ausgestellt wurden, also ein aktueller Mietvertrag, Untermietvertrag oder ähnliche Nutzungserlaubbiegungen vorhanden sind. Als Miete wird aber nicht nur die sogenannte Kaltmiete angesehen. Zu der Miete zählen auch Kosten des Wasserverbrauchs und Kosten der Abwasser- und Müllbeseitigung, sowie anfallende Kosten für die Treppenhausbeleuchtung, wobei Letztere nicht strikt an den Vermieter sondern auch an Dritte (z.B. eine Gemeinde) gezahlt werden können. Dieses muss aber Mietvertraglich festgehalten sein.

Insbesondere bei der Miete gibt es aber auch Kosten, die zwar charakteristisch zu denen, die gerade angesprochen wurden, passen würden, doch werden diese nicht als Mietkosten betrachtet und können so nicht übernommen werden. Zu diesen Kosten zählen:

  • Kosten für den Betrieb von Heizungen, Warmwasserversorgungsanlagen, Brennstoffversorgungsanlagen und vergleichbare Kosten für gewerbliche Wärmelieferung (z.B. Fernwärme)
  • Mietzuschläge des Mieters an den Vermieter auf Grund einer Untervermietung,
  • Nutzungskosten von im Wohnraum vor Wohnbeginn schon vorhandenen Möbeln, Kühlschränken oder Waschmaschinen
  • Zuschläge für besondere Nutzungen des Wohnraums, die nicht den eigentlichen Wohnzweck erfüllen
  • Anteilige Mietekosten, für Wohnraum der ausschließlich für gewerbliche oder berufliche Zwecke genutzt wird
  • Mieten für Garagen oder Stellplätze, sowie Hausgärten die zum Mietobjekt gehören

Des Weiteren wird keine anteilige Miete für einen Wohnraum, der ausschließlich einem anderen entgeltlich oder unentgeltlich zur Verfügung gestellt wird (z.B. durch Untervermietung), und offensichtlich keine Wohngemeinschaft besteht, übernommen. Übersteigt in diesem Fall der zur Verfügung gestellte und anteilig auf den Wohnraum berechnete Mietbetrag den des gesamten Mietobjekts, so wird dieser in voller Höhe von der Miete abgezogen. Im Zusatz werden Mietzahlungen Dritter, die nicht in dem selben Wohnraum leben, auch in voller Höhe vom Wohngeld Anspruch abgezogen.

Belastung bei Eigentümern von selbstgenutzten Immobilien

Eine Belastung bedeutet bei Eigentümern von Eigenheimen, Eigentumswohnungen oder anderen Formen von selbst bewohnten Eigentum, die Aufwendung des Kapitaldienstes und der Kostenaufwand zur Bewirtschaftung des Objektes. Diese Aufwendungen werden gesondert ermittelt und führen zu einem rechnerischen Höchstbetrag, von dem abgesehen wird, ob die Belastung aus Zinsen und Tilgung als Förderungsbedürftig angesehen werden kann. Dies bezüglich gelten ausdrücklich nur Ausgaben als Kapitaldienst (Zinsen, Tilgung, usw.), die zum Erwerb des Eigentums oder für Fremdmittel zum Bau oder zur Verbesserung verwendet wurden. Zusätzlich gelten Betriebskosten und Kosten, die der Instandhaltung dienen als Belastung, aber hier nur in angemessener Höhe. Zur Belastung können auch zu entrichtende Verwaltungskosten, sowie die Grundsteuer gezählt werden.

Wie bei der Miete können auch hier vereinzelnde Kosten nicht als Belastung angesehen werden und somit nicht dem Zuschussbedarf beim Wohngeld Anspruch angerechnet werden:

  • Anteilige Aufwendungen für einen Wohnraum, der ausschließlich für gewerbliche oder berufliche Zwecke genutzt wird
  • Anteilige Aufwendungen eines Wohnraums der im Ganzen entgeltlich oder unentgeltlich einem Dritten vermietet wird, der nicht als ein Teil einer vorhandenen Wohngemeinschaft angesehen werden kann (übersteigt in diesem Fall der zur Verfügung gestellte und anteilig auf den Wohnraum berechnete Belastungsbetrag den des gesamten Objekts, so wird dieser in voller Höhe von der Belastung abgezogen)
  • Finanzielle Unterstützungen Dritter, die nicht im selben Wohnraum leben, oder Aufwendungszuschüsse im Rahmen des sozialen Wohnungsbaues, sowie Eigenheimzulagen wie der Fördergrundbetrag und die Kinderzulage (werden in voller Höhe von der Gesamtbelastung abgerechnet)

Ausnahmen

Bei Bewohnern eines Heimes (im Sinne des Heimgesetzes) ist der jeweilige Höchstbetrag als Mietzuschuss zu Grunde zu legen.

– Im Falle einer selbst genutzten Wohnung im eigenen Mehrfamilienhaus oder eines ähnlich bzw. vergleichbaren Wohnraums (z.B. Geschäftshaus), ist statt der Mietkosten, der Mietwert des genutzten Wohnraums als Berechnungsgrundlage für das Wohngeld zu nutzen.

Letzte Aktualisierung: 06.08.2017

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