Wohngeld Einkommen - Wohngeldtabelle - Freibeträge

Beim Wohngeld handelt es sich um eine Sozialleistung, daher ist die Auszahlung bzw. der Wohngeldanspruch auch an bestimmte Einkommensgrenzen gebunden, denn nur bedürftige Personen erhalten Wohngeld ausgezahlt. Die Höhe des Einkommens (Höchstbetrag) hängt von zwei wesentlichen Faktoren ab: Der Anzahl aller zu berücksichtigenden Haushaltsmitglieder sowie der Mietstufe für die jeweilige Stadt oder Gemeinde.

Ermittlung des Gesamteinkommens

Bei der Ermittlung des monatlichen Gesamteinkommens aller zu berücksichtigenden Haushaltsmitglieder für das Wohngeld gelten die Maßstäbe des Einkommensteuergesetzes (EStG).  Neben allen steuerpflichtigen positiven Einkünften nach § 2  EStG werden auch bestimmte steuerfreie Einnahmen zur Ermittlung des Gesamteinkommens herangezogen.

Das monatliche Gesamteinkommen ermittelt sich aus dem Jahreseinkommen, indem der Betrag durch zwölf geteilt wird.

Der Antragsteller muss zur Ermittlung des Jahreseinkommens eine Prognose abgeben, welches Einkommen im Bewilligungszeitraum im zu berücksichtigenden Haushalt zu erwarten ist. Hierzu kann sich auch der Zahlen des Einkommens vor der Antragstellung bedient werden.

Wohngeld Mindesteinkommen

Da das Wohngeld nur ein Zuschuss zu den Wohnkosten ist, muss ein gewisses Mindesteinkommen nachgewiesen werden, um Wohngeld zu erhalten. Damit will der Gesetzgeber vermeiden, dass das Wohngeld zu anderen als den Wohnzwecken verwendet wird. Die Regelung über das Mindesteinkommen ergibt sich aus den VwV 15.01 ff (Verwaltungsvorschriften) zum § 15 WoGG.

Faustformel für das Mindesteinkommen

Regelsatz zzgl. ggfls. Mehrbedarf (§ 21 SGB II) + Warmmiete (inkl. Heizkosten)

Der Regelsatz beläuft sich nach § 20 SGB II ab 01.01.2013 auf 382 € (bei Alleinstehenden). Der Mehrbedarf nach § 21 SGB II kommt beispielsweise bei Schwangerschaften, Krankheit oder auch Alleinerziehenden zum Tragen. Hinzukommen können noch monatliche Belastungen wie Versicherungsbeiträge etc.

Beim Wohngeldantrag reicht es aus, wenn der Antragsteller als Mindesteinkommen 80%der oben genannten Beträge erreicht.

Zur Erreichung des Mindesteinkommens können alle finanziellen Mittel herangezogen werden, die der Antragsteller monatlich zur Verfügung hat, unabhängig davon, ob es als Einkommen im Sinne des Wohngeldgesetzes gewertet wird.

Einkommensgrenzen – Höchsteinkommen nach Mietstufen

Da die Kosten für den Wohnraum je nach Stadt oder Gemeinde zum Teil deutlich abweichen, gibt es Höchstbeträge für das monatliche Gesamteinkommen, die nach den Mietstufen I (günstigste Mietstufe) bis VI (teuerste Mietstufe) entsprechend der Wohngeldtabellen aufgebaut sind.

Wohngeldtabellen nach Mietstufen

Die Abzugsbeträge, die sich aus den unten stehenden Tabellen ergeben, werden unter den Tabellen erläutert. Zu welcher Mietstufe Ihre STadt oder Gemeinde gehört, können Sie in der Mietstufen-Übersicht nach Bundesländern herausfinden.

Mietstufe VI

Die Tabelle entspricht der höchsten Mietstufe, also Städten und Gemeinden der Mietstufe VI (z.B. München, Pinneberg, Stuttgart, Tübingen, Wiesbaden) und zeigt damit das höchste Einkommen, bei dem noch Wohngeld beantragt werden kann. Bei den niedrigeren Mietstufen (Gemeinden mit Mietstufen von I bis V) ist das Gesamteinkommen für den Wohngeld Antrag entsprechend geringer.

Anzahl
der
Haushalts-
mitglieder
monatliche Einkommens-
grenze
in EUR
Brutto-Einkommen (ohne Kindergeld!) vor einem pauschalen Abzug von:
in EUR
6% 10% 20% 30%
1 860 915 956 1.075 1.229
2 1.170 1.245 1.300 1.463 1.671
3 1.430 1.521 1.589 1.788 2.043
4 1.880 2.000 2.089 2.350 2.686
5 2.150 2.287 2.389 2.688 3.071
6 2.410 2.564 2.678 3.013 3.443
7 2.680 2.851 2.978 3.350 3.829
8 2.940 3.128 3.267 3.675 4.200

Mietstufe V

Anzahl
der
Haushalts-
mitglieder
monatliche Einkommens-
grenze
in EUR
Brutto-Einkommen (ohne Kindergeld!) vor einem pauschalen Abzug von:
in EUR
6% 10% 20% 30%
1 840 894 933 1.050 1.200
2 1.140 1.213 1.267 1.425 1.629
3 1.410 1.500 1.567 1.763 2.014
4 1.850 1.968 2.056 2.313 2.643
5 2.110 2.245 2.344 2.638 3.014
6 2.380 2.532 2.644 2.975 3.400
7 2.650 2.819 2.944 3.313 3.786
8 2.910 3.096 3.233 3.638 4.157

Mietstufe IV

Anzahl
der
Haushalts-
mitglieder
monatliche Einkommens-
grenze
in EUR
Brutto-Einkommen (ohne Kindergeld!) vor einem pauschalen Abzug von:
in EUR
6% 10% 20% 30%
1 820 872 911 1.025 1.171
2 1.120 1.191 1.244 1.400 1.600
3 1.380 1.468 1.533 1.725 1.971
4 1.810 1.926 2.011 2.263 2.586
5 2.080 2.213 2.311 2.600 2.971
6 2.350 2.500 2.611 2.938 3.357
7 2.620 2.787 2.911 3.275 3.743
8 2.880 3.064 3.200 3.600 4.114

Mietstufe III

Anzahl
der
Haushalts-
mitglieder
monatliche Einkommens-
grenze
in EUR
Brutto-Einkommen (ohne Kindergeld!) vor einem pauschalen Abzug von:
in EUR
6% 10% 20% 30%
1 800 851 889 1.000 1.143
2 1.100 1.170 1.222 1.375 1.571
3 1.350 1.436 1.500 1.688 1.929
4 1.780 1.894 1.978 2.225 2.543
5 2.040 2.170 2.267 2.550 2.914
6 2.310 2.457 2.567 2.888 3.300
7 2.580 2.745 2.867 3.225 3.686
8 2.850 3.032 3.167 3.563 4.071

Mietstufe II

Anzahl
der
Haushalts-
mitglieder
monatliche Einkommens-
grenze
in EUR
Brutto-Einkommen (ohne Kindergeld!) vor einem pauschalen Abzug von:
in EUR
6% 10% 20% 30%
1 790 840 878 988 1.129
2 1.070 1.138 1.189 1.338 1.529
3 1.340 1.426 1.489 1.675 1.914
4 1.750 1.862 1.944 2.188 2.500
5 2.010 2.138 2.233 2.513 2.871
6 2.280 2.426 2.533 2.850 3.257
7 2.550 2.713 2.833 3.188 3.643
8 2.830 3.011 3.144 3.538 4.043

Mietstufe I

Anzahl
der
Haushalts-
mitglieder
monatliche Einkommens-
grenze
in EUR
Brutto-Einkommen (ohne Kindergeld!) vor einem pauschalen Abzug von:
in EUR
6% 10% 20% 30%
1 780 830 867 975 1.114
2 1.050 1.117 1.167 1.313 1.500
3 1.310 1.394 1.456 1.638 1.871
4 1.710 1.819 1.900 2.138 2.443
5 1.980 2.106 2.200 2.475 2.829
6 2.240 2.383 2.489 2.800 3.200
7 2.520 2.681 2.800 3.150 3.600
8 2.790 2.968 3.100 3.488 3.986

Welches Einkommen zählt beim Wohngeld?

Grundsätzlich ist jedes Einkommen beim Wohngeld relevant. Meist handelt es sich hier um das Bruttoeinkommen aus den Einkünften aus nichtselbständiger Arbeit, welches man als Arbeitnehmer erhält. Dieses wird, gemindert um die Werbungskosten beim Wohngeld Antrag angegeben.

Die Einkommensgrenzen können sich um bis zu 125 Euro erhöhen, sofern es sich um pflegebedürftige Personen bzw. Personen mit einem Grad der Behinderung (GdB) von 100% handelt.

Beträge, die bei der Ermittlung des Jahreseinkommens für das Wohngeld absetzbar sind:

  • 6% – Ein grundlegender pauschaler Abzug liegt bei 6% (Dieser Prozentsatz wird immer abgezogen).
  • 10% – Familienmitglieder, die Einkommensteuer entrichten, erhalten einen pauschalen Abzug von 10% vom Einkommen.
  • Familienmitglieder, die Pflichtbeiträge zur Rentenversicherung oder zur Kranken- und Pflegeversicherung abtreten, wird auch ein pauschaler Abzug von 10% gewährt.
  • Lebensversicherungsbeiträge sind auch mit pauschal 10% anzurechnen (Sie können aber nur in tatsächlicher Höhe angesetzt werden und gelten auch, wenn sie für einen Familienangehörigen geleistet werden).
  • 20% – Sollten Familienmitglieder Pflichtbeträge zur Rentenversicherung und zur Kranken- und Pflegeversicherung leisten, so stehen ihnen pauschale Abzüge von 20% vom Einkommen zur Verfügung.
  • 30% – Den pauschalen Abzug von 30% erhalten nur Antragsteller, die Pflichtbeträge wie Krankenversicherung, Pflegeversicherung und Rentenversicherung, sowie die Einkommensteuer entrichten.

(Sollten freiwillige Zahlungen oder Beiträge den Zweck der Pflichtbeiträge erfüllen, so werden sie diesen gleichgesetzt und erhalten den entsprechenden pauschalen Abzug vom Einkommen!)

Jahreseinkommen des Haushalts

Zum Jahreseinkommen zählen alle Einkünfte oder Einnahmen, die voraussichtlich vom Zeitpunkt der Antragstellung bis zum Jahresende über eingenommen werden. Hierbei kann auch das Einkommen der letzten zwölf Monate vor dem Wohngeldantrag als Grundlage genutzt werden.

Bei der Ermittlung des Jahreseinkommens wird zwischen den Überschusseinkunftsarten, also der Überschuss der Einnahmen über die Werbungskosten, und den Gewinneinkunftsarten, bzw. dem Überschuss der Einnahmen über die Betriebsausgaben, unterschieden.

Abzugsfähige Aufwendungen zum Erwerb, zur Sicherung und zum Erhalt des Einkommens sind also bei den Gewinneinkunftsarten die Betriebsausgaben und bei den Überschusseinkunftsarten die Werbungskosten.

Gewinneinkunftsarten

  • Einkünfte durch selbständige Arbeit (§ 18 EStG)
  • Einkünfte durch einen Gewerbebetrieb (§§ 15-17 EStG)
  • Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft (§§ 13-14a EStG)

Zum Gewinn bei den Gewinneinkunftsarten zählt die Differenz zwischen dem Betriebsvermögen zum Anfang und zum Ende eines jeden Wirtschaftsjahres. Hierbei werden die Privateinnahmen (Barentnahmen) hinzugezählt und die Privateinlagen (Bareinzahlungen) abgezogen (Bilanz). Dieses ist mit der Differenz der jährlichen Betriebseinnahmen abzüglich der Betriebsausgaben (Einnahmeüberschussrechnung) gleichzusetzen.

Überschusseinkunftsarten

  • Einkünfte durch nichtselbständige Arbeit (§ 19 EStG)
  • Einkünfte durch Vermietung oder Verpachtung (§ 21 EStG)
  • Einkünfte durch Kapitalvermögen (§ 20 EStG)
  • Sonstige Einkünfte (§ 22 EStG)

Zu den Ausgaben bei den Überschusseinkunftsarten zählen die Werbungskosten. Diese Werbungskosten tragen Beträge zu Berufsständen, notwendige Mehraufwendungen bei einer beruflich bedingten doppelten Haushaltsführung und Aufwendungen für Arbeitsmittel. Im Falle, dass keine Werbungskosten nachgewiesen werden können, stehen jedem Einzelnen steuerpflichtigen Antragsteller und Mitantragsteller bzw. Familienangehörigen folgende pauschale Werbungskostenbeträge beim Enkommen zur Verfügung:

  • Bei Einkünften aus nichtselbständiger Arbeit: 1.000,00 €
  • Bei sonstigen Einkünften (Alters- oder Witwenrenten): 102,00 €
  • Bei Einkünften aus Kapitalvermögen: 51,00 €

Hier ist zusätzlich zu beachten, dass Verluste bei einer Einkunftsart nicht durch Absetzung von anderen Einnahmen und/oder von den Einnahmen eines anderen Familienmitglieds ausgeglichen werden können.

Wie bei den Werbungskosten gibt es die Möglichkeit, erwerbsbedingte Kinderbetreuungskosten und Aufwendungen für Fahrten zwischen Arbeitsplatz und Wohnort (einfache Entfernung, je Kilometer 0,30 €), vom Einkommen abzuziehen.

Zu den steuerpflichtigen Einkünften sind die steuerfreien Einnahmen abzüglich der hierfür aufgewandten Werbungskosten dem Jahreseinkommen der einzelnen Familienmitglieder hinzuzurechnen. Diese Einnahmen stehen laut Wohngeldgesetz jedem Haushalt zur Lebensführung zur Verfügung.

Gesonderte Freibeträge beim Wohngeld, die von der Summe der sich aus den einzelnen Einkommen der Familienmitglieder ermittelten Jahreseinkünften abgezogen werden können.

  • Ein monatlicher Freibetrag vom Einkommen für ein Kind bis zwölf Jahre, welches alleine im Haushalt mit dem Antragsteller lebt.
  • Ein monatlicher Freibetrag vom Einkommen von bis zu 50 € für je ein Kind im Alter zwischen 16 und 25 Jahren, welches über ein eigenes Einkommen verfügt (z.B. durch eine Berufsausbildung).
  • Ein monatlicher Freibetrag vom Einkommen von 100 € für jeden schwerbehinderten Menschen mit einem Grad der Behinderung von unter 80 Prozent und ein monatlicher Freibetrag von 125 € bei einem Behinderungsgrad von über 80 Prozent, aber nur in soweit sie in beiden Fällen häuslich pflegebedürftig sind.
  • Zuletzt kann auch die Höhe der gesetzlichen Unterhaltspflicht (§ 18 WoGG), sofern sie in einer notariell beurkundeten Unterhaltsvereinbarung, einem Unterhaltstitel oder Unterhaltsbescheid aufgeführt sind, von den Jahreseinkommen abgezogen werden.
VGW 58
Einkommen: 1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne
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