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Wohngeld-Auszahlung für mehr als 50.000 Haushalte wieder möglich

Smartphone zeigt die vorgemerkte Wohngeld-Auszahlung für September 2026 neben Wohnungsschlüsseln und Behördenpost.

Die technische Blockade der Wohngeld-Auszahlung in Berlin ist beendet. Die Fachverfahren der Bezirke sind wieder erreichbar, seit dem 25. August funktioniert auch der Online-Antrag erneut. Mehr als 50.000 Haushalte mussten zeitweise um ihr Wohngeld für September fürchten. Eine pauschale Garantie für jede pünktliche Überweisung gibt es dennoch nicht, denn die Verwaltung schließt einzelne Verzögerungen weiterhin nicht aus.

Nach neun Tagen kommen die Wohngeldstellen wieder ins System

Der Hackerangriff war am 14. August 2026 entdeckt worden. Noch am selben Abend trennte Berlin die Senatsverwaltungen für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen sowie für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt vom Landesnetz. Damit verloren auch die Wohngeldstellen in den Bezirken den Zugriff auf zentrale Fachverfahren. Anträge konnten nicht bearbeitet und Zahlungen nicht wie vorgesehen vorbereitet werden.

Am 23. August wurden beide Verwaltungen wieder angeschlossen. Nach einer Mitteilung der Berliner Senatskanzlei stehen damit auch die von den Bezirken genutzten Fachverfahren grundsätzlich wieder zur Verfügung. Einen Tag später kündigte Digitalstaatssekretär Florian Hauer an, dass sämtliche Systeme im Laufe des Montags wieder voll funktionsfähig sein sollten.

Damit hat sich die Lage gegenüber dem Ausfall der Wohngeld-Systeme nach dem Hackerangriff entscheidend verändert. Aus der berlinweiten technischen Blockade ist nun ein mögliches Verzögerungsrisiko in einzelnen Vorgängen geworden.

Für die September-Zahlung bleibt noch ein knappes Zeitfenster

Der Zeitpunkt der Wiederherstellung ist für die betroffenen Haushalte besonders wichtig. Wohngeld wird monatlich im Voraus gezahlt. Nach den regulären Wohngeld-Auszahlungsterminen 2026 soll die Überweisung für September am Montag, 31. August, erfolgen, damit das Geld zum Monatsbeginn verfügbar ist.

Da die in den Bezirken genutzten Fachverfahren wieder zur Verfügung stehen, ist auch die technische Blockade des Wohngeld-Zahlungslaufs aufgehoben. Das bedeutet allerdings noch nicht, dass jeder Vorgang bereits den Zahlungslauf durchlaufen hat. Ob alle während des Ausfalls liegen gebliebenen Arbeitsschritte rechtzeitig nachgeholt werden, hat der Senat bislang nicht bestätigt. Auch eine Zahl bereits angewiesener September-Zahlungen wurde nicht veröffentlicht.

Online-Antrag funktioniert seit dem 25. August wieder

Nicht nur laufende Zahlungen waren betroffen. Während der Netztrennung ließ sich Wohngeld zeitweise auch nicht digital beantragen. Das Berliner Service-Portal meldet seit dem 25. August um 14 Uhr ausdrücklich, dass der Online-Antrag auf Wohngeld wieder zur Verfügung steht.

Wer während der Störung keine elektronische Eingangsbestätigung erhalten hat, sollte deshalb prüfen, ob der Antrag tatsächlich übermittelt wurde. Entscheidend ist der Eingang bei der Behörde, denn Wohngeld beginnt grundsätzlich mit dem Monat der Antragstellung. Ein noch fehlender Bescheid ist dagegen kein Grund, denselben nachweislich eingegangenen Antrag vorsorglich ein zweites Mal einzureichen.

Einzelne Verzögerungen sind noch nicht ausgeschlossen

Vollständig beendet ist der Vorgang mit dem Neustart der Systeme nicht. Die Wiederanbindung beseitigt zunächst nur das technische Hindernis. Damit steht noch nicht fest, ob alle liegen gebliebenen Änderungen, Neubewilligungen und Zahlungsdateien ohne Zeitverlust abgearbeitet werden können. Die Senatskanzlei warnt weiterhin vor vereinzelten Beeinträchtigungen und Verzögerungen in den Arbeitsabläufen. Zudem laufen die forensischen Untersuchungen des Angriffs in den kommenden Wochen weiter, während die betroffenen Verwaltungen ihre Systeme verstärkt überwachen.

Für Empfänger ist deshalb der Kontoeingang zum Monatswechsel maßgeblich. Fehlt eine fällige Zahlung, bleibt die Wohngeldstelle des eigenen Bezirks der erste Ansprechpartner. Das große Risiko, dass mehr als 50.000 Haushalte allein wegen der abgeschalteten Technik ihr September-Wohngeld nicht pünktlich zum Monatsbeginn erhalten, ist nach der Wiederanbindung jedoch deutlich gesunken.